
Eulen (Strigiformes) bilden eine eigene Vogelordnung, die rund 200 verschiedene Arten umfasst. Sie zeichnen sich durch eine Vielzahl gemeinsamer Merkmale aus, die sie deutlich von anderen Vogelarten unterscheiden – sei es die Eule oder der Kauz.
Was zeichnet Eulen aus?
Eulen unterscheiden sich von anderen Vogelarten in erster Linie durch ihre ungewöhnlich großen, rundlichen Köpfe mit den großen, nach vorne gerichteten Augen. Auch ihr scharfer, stark gekrümmter Schnabel verleiht den Vögeln ein einzigartiges Aussehen. Ihre Augen können die Eulen übrigens nicht bewegen – dafür aber ihren Kopf um etwa 270 Grad drehen, wodurch ihr Sichtfeld stark erweitert wird. Zusätzlich werden die Augen bei den meisten Eulenarten mit einem auffälligen Gesichtsschleier betont. Dieser Gesichtsschleier gibt, zusammen mit den sogenannten Federohren, die Stimmung der Eulen wieder.
Dieser auffällige Kopf der Eulen und Käuze wird mit einem gedrungenen Körper und einer im Verhältnis sehr großen Flügelfläche ergänzt. Sehr interessant, aber nicht für Vogelbeobachter sichtbar, sind die beweglichen und gefiederten Ohrläppchen der Eulen. Diese sorgen dafür, dass die Eulen ein wesentlich besseres Gehör haben als andere Vogelarten.
Interessante Fakten zu Eule & Kauz
Bis jetzt wurde von Eulenarten gesprochen – dazu gehören aber auch alle Käuze. Deutschland gehört zu einem der wenigen Länder, in denen es zwei Bezeichnungen für diese Vögel gibt. Die Namen beruhen übrigens auf dem Heulen und dem kurzen Ruf der Eulen & Käuze. Also gibt es keine Unterscheidung zwischen Eule und Kauz, jedoch zwischen Schleiereule (Tyto alba) und „Eigentlicher“ Eule. Die Schleiereulen bilden eine eigene Familie in der Eulenordnung.
Ein weiterer interessanter Fakt: Obwohl die meisten Eulen nachtaktiv sind, also nachts jagen und am Tag ruhen, sind einzelne Ausnahmen, nämlich die Sumpfohreule und die Schneeeule, auch tagaktiv.
Vorkommen der Eulenarten
Eulen sind in vielen verschiedenen Lebensräumen anzutreffen. In Deutschland sind sie jedoch besonders auf alte, naturbelassene Wälder angewiesen, in denen sie in Höhlen oder hohlen Baumstämmen brüten. Da Eulen keine Nester bauen, sind ungestörte Wälder für ihren Fortbestand essenziell. Diese natürlichen Lebensräume sind jedoch durch Abholzung und den Verlust von Kleinsäugern, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft immer seltener werden, zunehmend bedroht. Besonders in Deutschland führt dies dazu, dass viele Eulenarten wie der Uhu, der Waldkauz und die Schleiereule mittlerweile als gefährdet gelten.
Titelfoto: iStock/Jaap2